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| Liste der Vorstände seit 1931:
Gründungsgeschichte: Die Weltwirtschaftskrise beginnt sich bereits 1930 auf Deutschland auszuwirken. Die politischen Ereignisse überstürzen sich. Die Radikalisierung im deutschen Volk nimmt ständig zu. Immer mehr Jugendliche schließen sich nationalsozialistischen oder kommunistischen Gruppierungen mit eindeutig antireligiösem Charakter an. Um dieser Bewegung entgegenzuwirken, treibt die katholische Kirche die Organisierung der Jugend, vor allem auch im ländlichen Raum, voran. Auch an Pfarrer Wolfgang Ederer, dem damaligen Pfarrer in Lambertsneukirchen, ergeht die Aufforderung, durch den Gaupräses Pfarrer Greininger von Pettenreuth, und durch eine Zuschrift des christlichen Bauernvereins in Regensburg, einen katholischen Burschenverein zu gründen. Pfarrer Ederer zögert noch, da ihm die Bildung einer derartigen Organisation wegen der zerstreuten Lage seiner Pfarrei zu schwierig erscheint. Die Gründung eines Turnvereins im Nachbarort, die uns heute völlig harmlos erscheint, drängt Pfarrer Ederer zu handeln: „... Da erfuhr ich aus sicherer Quelle, dass man in Hackenberg im Begriffe sei, einen Turn-verein ins Leben zu rufen, ca. 10 Mitglieder seien schon gewonnen, auch verschiedene Mädchen seien als Mitglieder in Aussicht, so dass der Turnverein eine äußerst gemischte Gesellschaft zu werden versprach. Führend an der ganzen Sache waren Persönlichkeiten, von denen alles zu fürchten war. (kommunistischer oder doch mehr oder minder antireligiöser Einstellung): Herr Geis, Kreiskassier des christlichen Burschenvereins und Gastwirt zu St. Hubertus zu Stall, bestätigte mir die Wahrheit des Gehörten. Da hieß es sofort zu handeln.“ So ergeht am Sonntag, den 29.03.1931, nach der Predigt in der Kirche ein Aufruf an die Burschen der Pfarrei Lambertsneukirchen, sich nachmittags in St. Hubertus zur Gründung eines katholischen Burschenvereins einzufinden. Der Andrang ist groß. 24 ordentliche und 16 außerordentliche Mitglieder schreiben sich in die Listen ein. In die Vorstandschaft werden gewählt: Jungbauer J. Lorenz (Frank) von Appendorf als Vorstand; Söldnersohn G. Graml (Eibl) von Hackenberg als Kassier; und Schneider- und Mesnerssohn J. Reißer von Lambertsneukirchen als Schriftführer. Aber auch die Gegnerschaft bleibt nicht untätig. So kommt es noch am selben Abend zu einem schweren Zusammenstoß, bei welchem sogar Blut floss. Der oben erwähnte Herr Geis und der Schreiner Josef Stadler, einer der Gründungsväter des gegnerischen Turnvereins, geraten aneinander, wobei nach Pfarrer Ederer, Herr Stadler „die Prügel bekommt“. Als Vereinslokal wird das Gasthaus Koller festgesetzt. Um 75 Reichsmark ersteht der Verein eine Fahne, wobei angesichts des allgemeinen wirtschaftlichen Notstandes auf eine Fahnenweihe verzichtet wird. Am Fronleichnamsfest 1931 tritt der Verein erstmals öffentlich mit Fahne auf und hält am 29.6 sein erstes Hauptfest mit Generalkommunion und nachmit-täglicher Unterhaltung. Doch das gerade erst unter dem Motto „Einig und Treu!“ aufblühende Vereinsleben wird schon bald empfindlich gestört. Die Nazidiktatur verbietet das Tragen von Vereinskleidung und Abzeichen, schließlich auch Vereinsversammlungen. Veranstaltungen sind nur noch in engstem kirchlichen Rahmen erlaubt. Die Beschlagnahmung der Vereinsfahne kann verhindert werden, indem man sie im Elternhaus des Pfarrers versteckt. Archive werden verbrannt und Schriftstücke vernichtet. Schon 1934 wird der Verein, zumindest offiziell, wieder aufgelöst. Die katholischen Jugend-bewegungen müssen der Hitlerjugend weichen, in die alle Jugendlichen schon von Kindheit an radikal integriert werden. Mit dem Angriff auf Polen beginnt 1939 der 2. Weltkrieg, der vor allem gegen Ende vielen Jugendlichen das Leben kostet. Mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 geht Hitlers „tausendjähriges Reich“ endgültig zu Ende. Deutschland ist völlig diskreditiert und liegt wirtschaftlich am Boden. Die Nachkriegszeit bricht an. In dieser Zeit wird Gemeinschaft, moralischer Halt und der Glaube als Richtlinie für die Menschen und vor allem für die Jugendlichen wichtig. So kommt es am 1. Juli 1948 zur Wiederzulassung einer katholischen Pfarrjugend in Lambertsneukirchen, um die sich nun Pfarrer Schramml bemüht. Der katholische Burschenverein besteht weiter getrennt von der Mädchengruppe. Dies ändert sich erst Anfang der 70-er Jahre, als man der Katholischen Landjugendbewegung beitritt. Da viele Schriftstücke und Dokumente verschollen sind, gibt es über die dazwischenliegende Periode wenig zu bereichten. Die KLJB Lambertsneukirchen von heute hat sich zu einem modernen Verein entwickelt, der einen wichtigen Beitrag zum regen Vereinsleben der Pfarrei durch Teilnahme an vielen Aktionen leistet. Mit fast 100 Mitgliedern zählt die KLJB Lambertsneukirchen zu einer der mitgliedsstärksten Jugendgruppen in der Gemeinde Bernhardswald. Durch die Treue ihrer Mitglieder in allen Höhen und Tiefen der 70-jährigen Vereinsgeschichte wird es erst möglich, dieses Gründungsfest zu feiern.
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Kath. Pfarramt St. Lambert, Hauzendorferstraße 6, D - 93170 Bernhardswald, Tel 09463/205; PGR Vorsitzender: Mindel Friedhelm PGR@pfarrei-lambertsneukirchen.de Webmaster thomas.tausendpfund@gmx.com IMPRESSUM |