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| Die Verehrung des Hl. Lambert von LüttichLambert, der Grafensohn und Bischof von Tongern - Maastricht (etwa 670 - 705), gehört in die Reihe jener Kirchenfürsten, die als weltliche Große mit ihrem Kirchenamt politischen Einfluss verbanden und die in die internen Machtkämpfe des Frankenreiches der damaligen Zeit verwickelt waren. Lambert musste im Laufe dieser Wirren eine Zeitlang von seinem Bischofsstuhl weichen und verbrachte sieben Jahre im Kloster Stablo. Schließlich wurde er ein Opfer dieser weltlichen Auseinandersetzungen. Freunde des Bischofs töten zwei Männer , die in seinen Besitzungen eingebrochen waren und sie verwüstet hatten. Dodo, ein Verwandter der Ermordeten, übte nach altem germanischen Recht Blutrache und brachte nun den Bischof Lambert mit einigen seiner Getreuen um, wohl am 17 September 705 "in villa cui vocabulum est Leodio" . Dieser ganz und gar unchristliche Handel ist nach dem ersten Biographien die Art, wie Lambert zu Tode kam, und die älteste Vita kennt keine andere Todesursache. Erst zwei Jahrhunderte später, in der Zeit der kirchlichen Reformbewegungen mit ihrem Kampf gegen die weltlichen Größen als Bischofe und Äbte erschien diese Darstellung des Martyriums eines nun schon sehr verehrten Heiligen anstößig und direkt regelwidrig. Da trat seit dem 10. Jahrhundert zunächst neben die alte Fassung, dann an ihre Stelle eine andere Geschichte, die Lambert neben Johannes den Täufer und Elias stellte. Lambert soll Pippin sein ehebrecherisches Verhältnis zu Alpais vorgehalten haben und danach - mit seinen Gefährten Petrus und Andoletus - von Dodo, dem Bruder der Alpais, getötet worden sein. Damit hatte man eine Begründung, die den strengen Auffassungen dieser Reformzeit vom Martyrium entsprach. Gleich nach der Ermordung des Bischofs müssen wohl Freunde seine Verehrung als Heiligen durchgesetzt haben, und bereits in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts heißt er Märtyrer. Rund zehn Jahre nach seinem Tode steht in Lüttich eine Kirche, die Maria und Lambert geweiht ist. (...) Vor allem hat Lamberts Nachfolger Hubertus, der ebenfalls dem fränkischen Hochadel angehörte, die Verehrung stark gefördert. (...) Insbesondere soll er die Translation der Reliquien von Maastricht, wo Lambert zuerst in dem Grabe seines Vater beigesetzt war, nach Lüttich um 717/718 durchgeführt haben. Der Lambertuskirche in Lüttich folgen bald schon weitere, unter anderem in Mainz im Hof des Klosters Lorsch (779) und endlich Freising (kurz nach 800) Mit dem Einfluss der Karolinger im bayerischen Raum kam Lambert offensichtlich mit fränkischen Größen nach dort und erschient bereits 805 als Nebenpatron des Domes in dem besonders stark fränkisch beeinflussten Freising. Die beiden folgenden Jahrhunderte bringen eine große Zahl von Ersterwähnungen der Lambertuskirchen und verstärken damit nur noch den Eindruck des raschen Aufblühens und der weiten Strahlung des Lambertuskultes in ältester Zeit. |
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